Erfolgreiche Unternehmensnachfolge bei mehreren Kindern: Konfliktprävention und Wertstabilität

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge bei mehreren Kindern: Konfliktprävention und Wertstabilität

Steuertipps & News November 2025

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge bei mehreren Kindern: Konfliktprävention und Wertstabilität

Welche Probleme können bei einer Übergabe an mehrere Kinder entstehen?

Bei der gemeinsamen Nachfolge bergen familiäre Verflechtungen ein erhebliches Konfliktpotenzial: Neid, alte Verletzungen oder Konkurrenzdenken können betriebliche Entscheidungen belasten und im Extremfall die Fortführung des Unternehmens gefährden. Unklare Zuständigkeiten und fehlende Regeln verschärfen solche Spannungen und können zu langwierigen Auseinandersetzungen oder gar zur Aufspaltung des Betriebs führen.

Was sind die wichtigsten Aspekte bei der Übergabe an mehrere Kinder?

Die Übergabe eines Familienbetriebs an mehr als ein Kind birgt besondere Herausforderungen. Doch eine klare Organisation und Planung können Streitigkeiten effektiv vorbeugen. Zunächst ist eine genaue Rollenverteilung unerlässlich. Die Betriebsübertragung sollte kein Zufallsprodukt sein, sondern durch eine rechtlich und organisatorisch fundierte Regelung erfolgen. Hierbei können individuelle Vereinbarungen, sogenannte Familienstiftungen oder der Einsatz eines Testaments helfen, Konflikte zu minimieren.

Wie bereitet man die Nachfolge vor?

Frühzeitige, systematische Planung ist zentral. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten rechtzeitig eine nachvollziehbare Nachfolgestrategie entwickeln, die Unternehmenswert, Rollenverteilung und Übergangsfristen berücksichtigt. Testphasen mit klaren Aufgaben, dokumentierten Verantwortlichkeiten und externer rechtlicher sowie betriebswirtschaftlicher Beratung sichern den Wert des Unternehmens und reduzieren Risiken.

Wie kann „Family Governance“ Konflikte verhindern?

„Family Governance“ bezeichnet die Strukturen und Prozesse, durch die eine Organisation oder Familie ihre Entscheidungen trifft und ihre Ressourcen verwaltet, um ihre gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Professionelle „Family Governance“ fördert Transparenz, gemeinsame Werte und verbindliche Entscheidungsregeln. Regelmäßige, moderierte Gespräche und gegebenenfalls die Einbindung neutraler Dritter (Mediator, Familientherapeut, externe Beratung) helfen, emotionale Altlasten zu adressieren, bevor sie auf die Unternehmensführung übergreifen. Ein „Familienkompass“ mit Grundsätzen und Rollen ist nützlich, um Erwartungen abzugleichen.

Welche praktischen Modelle zur Arbeitsteilung und Aufgabenverteilung gibt es?

Eine sinnvolle Arbeitsteilung orientiert sich an Kompetenzen und Interessen: operative Führung, kaufmännische Steuerung, Controlling oder spezifische Fachbereiche können klar zugewiesen werden. Eine erprobte Übergangsphase erlaubt, Stärken und Schwächen zu testen und Anpassungen vorzunehmen. Durch eine klare Aufgabenverteilung werden Reibung reduziert und Verantwortlichkeiten werden nachvollziehbar.

Wann ist eine Auszahlung an Geschwister sinnvoll?

In manchen Fällen ist es sinnvoller, für Geschwister, die nicht aktiv in der Geschäftsführung beteiligt sind, eine finanzielle Abgeltung (z. B. in Form einer Auszahlung) zu regeln. Das kann helfen, Neid und Rivalitäten zu vermeiden und den Fortbestand des Betriebs sicherzustellen. Dabei muss die finanzielle Ausstattung des Unternehmens sorgfältig geprüft werden, um eine nachhaltige Lösung zu gewährleisten. Besonders bei ungleichen Erbanteilen oder wenn die Interessen der Geschwister stark variieren, sind solche Ausgleichszahlungen eine sinnvolle Alternative zum direkten Unternehmenskauf.

Solche Ausgleichszahlungen sind häufig mit Pflichtteilsverzicht oder entsprechenden Erbverträgen verbunden und müssen juristisch sauber gestaltet werden. Notarielle bzw. anwaltliche Beratung ist hier unerlässlich, damit die Interessen aller Beteiligten rechtssicher geregelt werden und die Fortführung des Betriebs nicht gefährdet wird.

Wie lässt sich ein Streit unter Geschwistern vermeiden?

Familiäre Beziehungen können emotional aufgeladen sein und Konflikte begünstigen. Offenheit, transparente Kommunikation und eine rechtzeitig entwickelte Nachfolgeplanung sind Grundpfeiler, um Unstimmigkeiten zu verhindern. Es empfiehlt sich, einen strategischen Rahmen zu schaffen – beispielsweise durch einen Familienvertrag, der Verantwortlichkeiten und Anspruchsregelungen festlegt. Darüber hinaus sollten Erwartungen geklärt und Konfliktpotenziale erkannt werden. Ein professioneller Berater, beispielsweise ein Family Office oder ein Rechtsanwalt für Familienunternehmen, kann dabei helfen, eine einvernehmliche Lösung zu entwickeln.

Welche Bedeutung hat die langfristige Planung?

Die rechtzeitige Vorbereitung der Nachfolge ist unerlässlich, um den Unternehmenswert zu sichern und Risiken zu minimieren. Je früher die Nachfolge geklärt wird, desto besser können mögliche Konflikte bearbeitet werden. Eine strukturierte Planung, die auch emotionale Aspekte berücksichtigt, trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Sie sollten alle Familienmitglieder einbeziehen und auf gegenseitigem Verständnis basieren, um eine nachhaltige Übergabe zu gewährleisten.

Zusammenfassung in Stichpunkten:

1. Klare Regelungen, Rollenverteilungen und professionelle Beratung sind entscheidend, um Konflikte zu vermeiden und die Nachfolge erfolgreich zu gestalten.

2. Frühzeitige Planung und offene Kommunikation schützen den Unternehmenswert und helfen, Streitigkeiten und emotionale Konflikte zu reduzieren.

3. Auszahlungen an weniger aktive Geschwister können Streit schlichten, sollten aber rechtlich abgesichert sein.

4. Professionelle Family Governance und moderierte Kommunikation minimieren emotional bedingte Konflikte.

5. Externe rechtliche, steuerliche und mediative Beratung sind oft notwendig, um tragfähige und rechtssichere Nachfolgelösungen zu entwickeln.

Tipp!

Bei spezifischen Fragen und Einzelfällen empfiehlt es sich, die Berater in der Kanzlei anzusprechen. Wir können Ihnen professionelle Unterstützung vermitteln.

Stand: 12. Oktober 2025


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Die vorstehenden Informationen sind nach bestem Wissen und Kenntnisstand erstellt worden. Es handelt sich nicht um abschließende Informationen und ersetzt keine Beratung. Ob diese Informationen auch in Ihrem Fall zutreffen, kann nur zu einem Beratungstermin erörtert werden. Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile auf und geben Empfehlungen zur Gestaltung. Lassen Sie sich beraten!

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